Es ist verständlich, dass zum Osterfest in den französischen Kathedralen das Labyrinth durchtanzt wurde. Gemäß der "Ballspielordnung" des Kapitels von Auxerre (18.4.1396) tanzte der Dekan des Kapitels zur Weise des Osterhymnus im Dreierschritt durch das Labyrinth und warf den anderen Klerikern, die das Labyrinth umtanzten, den Ball zu. Hugo Rahner hat den Ball als "Ostersonne" gedeutet, als die Sonne Christus. So wurde jedenfalls am Ostertag das Labyrinth durchtanzt: Die sündig verstörte Erde jubelt auf und freute sich der Erlösung durch den Herrn Jesus Christus. Da der Tanz höchster Ausdruck menschlicher Freude ist, fand so der Osterjubel seine adäquate Gestalt.
Und vielleicht kommt wieder die Zeit, in der wir in der Osterliturgie und in der Liturgie des Sonntags Labyrinthtänze neu wagen können, Ietztgültiger Ausdruck der Freude darüber, da alle Wege im Labyrinth dieser Erde und ihrer Geschichte in IHM, dem Herrn, als der "Mitte" enden; in IHM, der der Weg ist und das Ziel all unserer Wege.
Es gibt heute zum Thema viele Bücher, die solche Labyrinthwege in Bild und Text darstellen, beschreiben und deuten. Auch ist das Interesse an solchen heilsamen Wegübungen in unserer Zeit wieder gewachsen und man kann vielerorts, besonders in den Bildungshäusern, neue solche Labyrinthe finden, oft auch mit hinführender Literatur.